Du musst kein Genie sein, um einen großartigen Film zu drehen:

Hollywood für Sparfüchse

In seinem Buch über digitales Filmen verrät Frank Sauerland, wie Low Budget-Produktionen gelingen

Das Vorwort zur dritten Auflag… ...
Das Vorwort zur dritten Auflage des Buchs "Hollywood für Sparfüchse" umreißt in Kurzform, was den Filmemacher in den folgenden Kapiteln erwartet.

Ddie Filme der neuen Könner sehen aus, als wären sie in Hollywood mit großer Ausrüstung gedreht. Dabei sind oft nur engagierte Filmemacher ohne übertriebenem finanziellem Background ans Werk gegangen.

Sie filmen mit aufgebohrten Amateurausrüstungen. Vor allem aber wissen sie, wie die Apparate zu benutzen sind, um ihr ganzes Potenzial abzurufen. Sie wissen auch, welche Gerätschaften am Set zwar professionell aussehen, eigentlich aber überflüssig sind und deswegen eingespart werden können. Für Filmemacher mit knappem Budget war die Chance nie so groß wie heute, Filme herzustellen, die technisch herausragend gemacht sind.

Hollywood für Sparfüchse erklärt, was für einen guten Film an technischer Ausstattung wirklich notwendig ist. Der Low-Budget-Filmemacher hat grundlegendes Know-how zu Kompressionsformaten und Speichertypen. Er kennt Tricks und Marotten von Kameraherstellern, um sich nicht einen Pixelboliden mit wahnsinnig guter Abbildungsleistung um den Hals hängen zu lassen, bei dem sich am Drehort herausstellt, dass die Buchse fürs Mikrofon eingespart wurde, weil der Camcorder dadurch ein paar Euro billiger hergestellt werden konnte.

Die Unterschiede zwischen Amateur- und Profi-Equipment können mit entsprechendem technischem Wissen minimiert werden. Nach wie vor wichtig sind Organisationstalent und gute Nerven, um eine Filmproduktion - sei sie auch noch so klein - auf die Beine zu stellen. Das Buch bringt Tipps aus langjähriger Praxis und verrät, wo sich Fallen verbergen.

Beste Organisation und Filmtechnik sind allerdings noch keine Garantie dafür, dass der Musikclip des Filmemachers, sein fiktionaler Film oder seine Dokumentation unterhaltsam gerät, dass sein Film spannend und informativ erzählt und in Szene gesetzt ist.

Dafür braucht es filmerzählerisches Können: Mehr denn je ist eine ausgefeilte Dramaturgie nötig, um in der steigenden Flut der Filmveröffentlichungen mit dem eigenen Werk Erfolg zu haben. Die Neuausgabe von Hollywood für Sparfüchse gibt hier verstärkt Hinweise und Hilfestellungen.

Aber was nützt der schönste, der spannendste, der witzigste Low-Budget-Film, wenn er nach seiner Fertigstellung keine Plattform findet, auf welcher er gezeigt werden kann? Die Vermarktung bleibt die letzte, womöglich größte Herausforderung für den unabhängigen Filmemacher. Der Autorenfilmer sollte die Realitäten des Marktes kennen, bevor er ihn betritt. Hollywood für Sparfüchse zeigt praxiserprobte Wege in die Öffentlichkeit und zur Refinanzierung - verschweigt aber auch Sackgassen nicht.

Foto: Arne Jysch

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